1. Tag: Budapest (Ungarn), Ankunft an der Donau
Szia und willkommen in Budapest. Hier startet deine Balkan Backpacking Reise durch den Westen der Region. Um 18 Uhr triffst du beim Begrüßungstreffen deinen Reiseleiter und die Leute, mit denen du die nächsten zehn Tage verbringst. Danach geht ihr gemeinsam essen und lauft abends an der Donau entlang. Wenn Parlament, Kettenbrücke und Burgberg beleuchtet sind, versteht jeder sofort, warum diese Stadt Perle der Donau heißt.
Später landet ihr fast zwangsläufig in einer der berühmten Ruinenbars. Sie entstanden in verlassenen Gebäuden, sind mit Möbeln eingerichtet, die nirgends zusammenpassen, und werden vor allem von jungen Einheimischen besucht. Ein besseres Kennenlernen für eine neue Gruppe gibt es kaum.
Reise gerne früher an, Budapest lohnt jeden zusätzlichen Tag. Die Stadt in ihrer heutigen Form ist noch nicht alt: Buda und Pest waren durch die Donau getrennt und wurden erst 1873 vereint. Du erkundest sie zu Fuß, vom Wasser aus oder mit der Standseilbahn hinauf zum Burgpalast. Fahr mit dem Rad zum Statuen-Park, wo die kommunistischen Denkmäler stehen, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs aus der Innenstadt verschwanden. Sie wirken dort draußen seltsam verloren.
Weitere Highlights sind die Staatsoper, das Parlamentsgebäude und das Ungarische Nationalmuseum. Und dann sind da noch die Thermalbäder. Das Széchenyi-Heilbad eröffnete 1881, wird von zwei Thermalquellen gespeist und ist das größte Heilbad Europas. Alte Männer spielen im dampfenden Wasser Schach, während du daneben sitzt und nichts tust. Nicht ohne Grund heißt Budapest auch Stadt der Bäder.
Aktivitäten: Begrüßungstreffen, Freizeit in Budapest
Übernachtung: Baross City Hotel in Budapest (oder ähnliche Unterkunft)
2. Tag: Von Budapest über Novi Sad nach Belgrad (Serbien)
Am Morgen verlasst ihr Ungarn und nehmt Kurs auf Belgrad, die Hauptstadt Serbiens und eine der ältesten Städte Europas. Erste Grenze, erster Stempel.
Unterwegs stoppt ihr in Novi Sad an der Donau. Dein Reiseleiter zeigt dir bei einem Spaziergang die Stadt, danach hast du ein paar Stunden für dich. Die Petrovaradin Festung ist der wichtigste Ort hier und liefert den besten Blick über den Fluss. Innerhalb der Mauern gibt es Restaurants und Cafés für ein Mittagessen oder einen Kaffee. Im Sommer verwandelt sich die Festung in die Bühne des EXIT Festivals.
Am Nachmittag erreicht ihr Belgrad, gelegen am Zusammenfluss von Save und Donau, seit jeher Knotenpunkt zwischen Ost- und Westeuropa. Nutze deine Freizeit für die breiten Boulevards, die weiten Plätze und den grünen Kalemegdan-Park mit seiner Festung, die seit Jahrhunderten über dem Wasser thront.
Am Abend geht es in die Skadarska-Straße im Bohème-Viertel Skadarlija. Kopfsteinpflaster, Livemusik aus offenen Türen, lokale Gerichte und ein Viertel, in dem orthodoxe Kirchen und Nachtclubs friedlich nebeneinander existieren.
Aktivitäten: Einreise nach Serbien, geführter Orientierungsspaziergang durch Novi Sad, Freizeit in Belgrad
Distanz: Budapest über Novi Sad nach Belgrad (ca. 5,5 Stunden)
Übernachtung: Hotel in Belgrad (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück
3. Tag: Belgrad, ein Tag in der wildesten Stadt der Route
Heute gehört Belgrad dir. Am Vormittag besucht ihr gemeinsam das Dečje Srce Café, ein soziales Projekt, das unser Partner unterstützt.
Danach hast du die Wahl. Eine optionale Bootstour auf der Donau führt dich vorbei an der Festung Kalemegdan, der Pančevo Brücke und dem Künstlerviertel Zemun. Der Dom des Heiligen Sava ist eines der größten orthodoxen Gotteshäuser der Welt und von innen so gewaltig, dass du unwillkürlich leiser sprichst.
Wenn du dich unter Einheimische mischen willst, geh auf den Markt im Viertel Zeleni Venac. Er existiert seit 1847 und ist der älteste noch aktive Lebensmittelmarkt der Stadt. Im Nikola-Tesla-Museum erfährst du alles über den größten Erfinder Serbiens, dessen Asche hier in einer goldenen Kugel aufbewahrt wird. Für gute Fotos steigst du auf den 36 Meter hohen Gardoš-Turm in Zemun.
Am Nachmittag geht es an den Strand von Ada Ciganlija an der Save. Diese Halbinsel ist bei jungen Leuten der Ort schlechthin: baden, Cocktail, Sonne, im Sommer dazu Musik- und Kulturveranstaltungen. Und dann kommt die Nacht. Auf den Splavovi, schwimmenden Bars und Clubs auf Save und Donau, geht sie durch bis zum Frühstück. Um dieses Nachtleben beneidet halb Europa diese Stadt.
Aktivitäten: Besuch im Dečje Srce Café, Freizeit in Belgrad
Übernachtung: Hotel in Belgrad (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück
4. Tag: Von Belgrad nach Sarajevo (Bosnien und Herzegowina)
Abschied von Serbien, weiter nach Bosnien und Herzegowina. Die Fahrt nach Sarajevo dauert rund sieben Stunden, führt aber durch eine Landschaft, bei der du das Buch irgendwann zuklappst und einfach aus dem Fenster schaust.
Sarajevo hat sich nach dem Ende eines verheerenden Krieges zu einem der interessantesten Reiseziele Europas entwickelt. Die Stadt erinnert an Istanbul, weil sich hier Osten und Westen mischen: Minarette, Moscheen und Basare prägen das Bild, überall riecht es nach frisch gekochtem Kaffee.
Bei der Ankunft kannst du an einer optionalen geführten Tour teilnehmen und mehr über Kultur und Geschichte erfahren. Sarajevo ist eine der wenigen Städte weltweit, in der orthodoxe Gotteshäuser, katholische Kirchen und Moscheen auf wenigen hundert Metern beieinanderstehen. Diese Nachbarschaft ist keine Touristenattraktion, sondern Alltag.
Am Abend geht es mit deinen Mitreisenden auf die Baščaršija, den alten Basar und das historische Zentrum. Die lokale Spezialität sind Bosanski Ćevapi, gewürzte gegrillte Hackfleischröllchen mit Fladenbrot und Zwiebeln. Danach zeigt dir dein Guide die besten Bars und Clubs der Stadt.
Aktivitäten: Einreise nach Bosnien und Herzegowina, Burek Snack auf der Baščaršija, Freizeit in Sarajevo
Distanz: Belgrad nach Sarajevo (ca. 6,5 Stunden)
Übernachtung: Pension in Sarajevo (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück
5. Tag: Sarajevo, die Stadt, die dich nicht kalt lässt
Ein freier Tag für die Stadt, die auf dieser Balkan Backpacking Reise am längsten nachhallt. Wandere hinauf zur Gelben Bastion und zur Weißen Festung, beide strategisch gelegen mit Blick über das ganze Tal und die Altstadt. Am schönsten ist es dort kurz vor Sonnenuntergang, wenn von unten der Gebetsruf hochkommt.
Danach kannst du mit der Seilbahn auf den Berg Trebević fahren, wo die Bobbahn der Olympischen Winterspiele 1984 im Wald vor sich hin verfällt, heute überzogen mit Graffiti. Oder du fährst nach Ilidža, zur Quelle des Flusses Bosna, wo grüne Parks und Thermalquellen warten.
Wer die Geschichte verstehen will, besucht das Geschichtsmuseum, die Kriegstunnel und die Sniper Alley. Der Tunnel unter dem Flughafen war während der Belagerung die einzige Verbindung der Stadt nach außen. Im Jüdischen Museum erfährst du mehr über die jüdische Bevölkerung Sarajevos, in der Kunstgalerie von Bosnien und Herzegowina tankst du Kultur.
Am Abend probierst du in der Brauerei Pivnica HS preisgekrönte Biere und deftige lokale Küche.
Aktivitäten: Freizeit in Sarajevo
Übernachtung: Pension in Sarajevo (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück
6. Tag: Von Sarajevo über Konjic nach Mostar
Am Morgen geht es Richtung Mostar, unterwegs wartet einer der bizarrsten Orte Europas. In Konjic steht Titos Atombunker, benannt nach dem Führer des damaligen Jugoslawien. Bei einer 1,5-stündigen Tour mit lokalem Guide läufst du durch eine Anlage, die 280 Meter tief in den Berg gehauen wurde und als Atomkriegskommandozentrale gedacht war. Hier sollte eine 350-köpfige Führung das Land regieren, während draußen alles zerstört ist. Die Räume sind bis heute eingerichtet, Telefone, Karten, Betten. Es fühlt sich an, als wäre gestern noch jemand da gewesen.
Danach erreichst du Mostar. Wahrzeichen ist die mittelalterliche Bogenbrücke Stari Most, von der junge Männer aus 27 Metern Höhe in die eiskalte Neretva springen, eine Tradition seit über 450 Jahren. Erbaut wurde sie 1565 von den Osmanen unter dem Architekten Mimar Hajrudin, der die als unmöglich geltende Aufgabe löste, den Fluss mit einer einzigen Steinbogenbrücke zu überspannen.
Die Brücke war immer mehr als ein Bauwerk: Sie verband Muslime und Christen, Orient und Okzident. Im Krieg wurde die Stadt heftig bombardiert, 1993 stürzte auch die Brücke in den Fluss. Beide wurden wieder aufgebaut, die Altstadt gehört heute zum Weltkulturerbe.
Schlendere durch das Gassenlabyrinth und die kleinen Läden. Sehenswert sind die Kriegsfoto-Ausstellung, die Koski Mehmed Pascha Moschee und das Museum der Alten Brücke. Und dann stellst du dich ans Wasser und schaust den Springern zu. Wenn einer oben steht und die Menge still wird, bekommst du eine Gänsehaut.
Aktivitäten: Besuch von Titos Atombunker in Konjic, Besuch der alten Steinbrücke Stari Most in Mostar, Freizeit in Mostar
Distanz: Sarajevo nach Mostar (ca. 3 Stunden)
Übernachtung: Hotel in Mostar (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück
7. Tag: Von Mostar nach Kotor (Montenegro)
Nach dem Frühstück geht es nach Kotor, Land Nummer vier. Die UNESCO-Welterbestadt stammt aus dem fünften Jahrhundert und liegt in einer abgeschiedenen Bucht, umgeben von Bergen, die fast senkrecht aus dem Wasser aufragen. Wenn der Bus um die letzte Kurve fährt und die Bucht sich öffnet, greift die halbe Gruppe zum Handy.
Erkunde die Boka Kotorska, den südlichsten Fjord Europas, und die Altstadt. Am freien Nachmittag lohnen sich die Kathedrale St. Tryphon aus dem 12. Jahrhundert, das Südtor mit dem Gurdić-Tor und der Waffenplatz Trg od Oružja.
Den besten Blick bekommst du von der Festung Sveti Ivan. Alles, was du dafür tun musst, sind rund 1.350 Treppenstufen. Es ist anstrengend, es ist heiß, und oben ist es jede einzelne Stufe wert.
Aktivitäten: Einreise nach Montenegro, Freizeit in Kotor
Distanz: Mostar nach Kotor (ca. 4 Stunden)
Übernachtung: Hotel in Kotor (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück
8. Tag: Kotor, verlaufen ausdrücklich erlaubt
Noch ein freier Tag, um dich in den verwinkelten Gassen von Kotor zu verirren. Das passiert hier zuverlässig und gehört dazu. Schau dir Boutiquen und Cafés der Altstadt an oder steig hinauf zu den alten Festungsmauern über der Stadt. Die 1,5-stündige Wanderung über Steinstufen führt vorbei an Kirchen, Toren und Bastionen zur Festung Sveti Ivan und endet mit einem Blick über Stadt und Bucht, den du nicht vergisst.
Sehr empfehlenswert ist ein Bootsausflug durch den Fjord. Wer gestern schon alles gesehen hat, macht einen Tagesausflug in die historische Stadt Budva mit ihren Stränden.
Am Abend suchst du dir einen Aussichtspunkt. Die Stadtmauern sind beleuchtet und ziehen sich als Lichtband den Berg hinauf. Ein Anblick, für den du nichts bezahlst und den du trotzdem nicht mehr loswirst.
Aktivitäten: Freizeit in Kotor
Übernachtung: Hotel in Kotor (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück
9. Tag: Von Kotor nach Dubrovnik (Kroatien)
Letztes Land, letzte Grenze. Entlang der beeindruckenden Südküste Kroatiens erreicht ihr Dubrovnik, das Finale deiner Balkanreise.
Danach kannst du sofort loslegen. Besuche die ummauerte Altstadt, lauf durch die uralten Gassen und geh einmal komplett über die Stadtmauer, zwei Kilometer über den Dächern mit Blick auf die Adria. Dieser Ort war Kulisse für zahlreiche Filmproduktionen, am bekanntesten die Serie Game of Thrones. Fans erkennen an jeder Ecke King’s Landing wieder.
In der Altstadt findest du reichlich Bars und Restaurants. Die Preise sind hoch, das ist eine ehrliche Ansage, dafür ist die Atmosphäre schwer zu schlagen. Wer lieber ins Wasser will, findet direkt neben den Stadtmauern Badestellen im azurblauen Meer.
Und dann kommt der letzte Abend. Mediterranes Essen, ein paar Drinks, tanzen mit den Leuten, die vor neun Tagen noch Fremde waren. Morgen trennen sich eure Wege. Tauscht vorher die Nummern.
Aktivitäten: Einreise nach Kroatien, Freizeit in Dubrovnik
Distanz: Kotor nach Dubrovnik (ca. 2,5 Stunden)
Übernachtung: Akademis Academia Hostel in Dubrovnik (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück
10. Tag: Dubrovnik, Abreise oder Verlängerung
Heute sind keine Aktivitäten mehr geplant. Verabschiede dich von deinen Mitreisenden und freu dich auf das nächste Abenteuer.
Falls du noch nicht abreisen willst: Häng ein paar Tage dran und erkunde Dubrovnik in deinem Tempo. Die Inseln vor der Küste sind einen Ausflug wert und deutlich leerer als die Altstadt. Gerne unterstützen wir dich bei Unterkünften und weiteren Reisezielen.
Aktivitäten: Tourende, Abreisetag
Mahlzeiten: Frühstück