1. Tag: Ankunft in Qaqortoq & Überfahrt nach Qassiarsuk – Farben, Fjorde und Wikingergeschichte
Dein Grönland Wanderurlaub beginnt mit einem Flug von Keflavík nach Qaqortoq, der größten Stadt Südgrönlands. Schon beim Landeanflug breiten sich unter dir zerklüftete Küsten, dunkle Felsen und tiefblaue Fjorde aus – ein erster Vorgeschmack auf die Weite, die euch in den kommenden Tagen begleiten wird. Am kleinen Flughafen wirst du mit deinen Mitreisenden begrüßt und spürst sofort dieses besondere Kribbeln, das nur Reisen in abgelegene Regionen auslösen können.
Qaqortoq überrascht mit lebendigen Farben und entspannter Atmosphäre. Rote, gelbe und blaue Holzhäuser an grünen Hügel, dazwischen schimmert das Wasser des Fjords. Wenn es die Zeit erlaubt, unternehmt ihr einen kurzen Spaziergang durch die Stadt, entdeckt kleine Steinskulpturen, Handwerksläden und Aussichtspunkte.
Am Nachmittag gleitet ihr mit dem Zodiac Boot hinaus auf den Fjord. Die Fahrt nach Qassiarsuk dauert rund eineinhalb Stunden und fühlt sich an wie eine kleine Expedition: Wind im Gesicht, salzige Luft und immer wieder treibende Eisschollen. Qassiarsuk, das frühere Brattahlid, gilt als Wiege der Wikingersiedlungen in Grönland. Hier ließ sich einst Erik der Rote nieder… Beim Briefing und ersten gemeinsamen Abendessen stimmt ihr euch auf die kommenden Abenteuer zwischen Natur und Geschichte ein.
Aktivitäten: Flug Island – Qaqortoq, Empfang am Flughafen, optionaler Stadtspaziergang, Zodiac Bootsfahrt nach Qassiarsuk, gemeinsames Briefing
Distanz: Flug Keflavík – Qaqortoq, Bootstransfer ca. 1,5 Std.
Übernachtung: Leif Eriksson Hostel Qassiarsuk (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Abendessen
2. Tag: Wikingergeschichte, Tasiusaq & Eisberge der Sermilik-Bucht
Heute Morgen tauchst du in Qassiarsuk tief in die Geschichte Südgrönlands ein. Der heute rund 50-Einwohner-Ort war einst das Zentrum der nordischen Besiedlung Grönlands. Genau an dieser Stelle errichtete Erik der Rote seine Siedlung Brattahlid, hier tagte das „Thing“, das Wikingerparlament. Bei einem Rundgang kannst du die Siedlungsüberreste sowie die originalgetreuen Nachbauten der kleinen Kirche von Thjodhild und eines Langhauses bestaunen.
Nach der kulturellen Zeitreise schnürst du gemeinsam mit deinen Mitreisenden die Wanderschuhe. Der Weg nach Tasiusaq führt rund dreieinhalb Stunden durch überraschend grüne Täler, vorbei an klaren Gewässern, sanften Hügeln und frei grasenden Schafen, die hier offenbar die entspanntesten Bewohner der Region sind. Übrigens wurde 2017 die nordische und grönländische Kernlandwirtschaft unter dem Titel „Kujataa Greenland: A Norse and Inuit Farming Landscape on the Edge of the Ice Cap“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Vor dir öffnet sich schließlich die Sermilik-Bucht, auch „Bucht der Eisberge“ genannt. Gewaltige Eisskulpturen treiben lautlos durch das Wasser, gespeist vom aktiven Eqaloruutsit-Gletscher – ein Anblick, der selbst Kameras kurz vergessen lässt.
Nach dem Picknick bietet sich ein optionales Abenteuer an: eine zweistündige Kajaktour zwischen Eisbergen. Auch ohne Vorkenntnisse gleitest du in der geschützten Bucht sicher durch diese stille Welt aus Blau und Weiß. Wer lieber am Ufer bleibt, genießt einfach die Aussicht und die Ruhe dieses abgelegenen Ortes.
Aktivitäten: Besuch der Wikingersiedlung Brattahlid, Wanderung nach Tasiusaq, UNESCO-Kulturerbe Kujataa, optional Kajak zwischen Eisbergen
Distanz: Wanderung ca. 3,5 Std., leicht bis moderat
Übernachtung: Hostel in Tasiusaq oder Qassiarsuk (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück, Picknick-Mittagessen, Abendessen
3. Tag: Igaliku & Qooroq Eisfjord – Königspfad und treibende Giganten
Der Tag startet mit dem Rückweg nach Qassiarsuk (je nach Übernachtungsort). Es geht über eine Schotterpiste mit herrlichen Ausblicken auf den Tasiusaq-Fjord und den Erik-der-Rote-Fjord. Sanfte Hügel, grüne Wiesen und immer wieder das tiefe Blau des Wassers – Grönland zeigt in dieser Gegend seine farbenfrohe Seite.
Anschließend geht es per Boot weiter und dann zu Fuß über den Kongevejen, den „Königspfad“. Der Weg schlängelt sich ruhig durch eine offene, weite Naturkulisse und führt dich schließlich nach Igaliku, einem Ort mit kaum 40 Einwohnern – und doch einer der schönsten Siedlungen des Landes. Zwischen roten Sandsteinhäusern, blühenden Wiesen und alten Steinmauern entdeckst du die Ruinen von Gardar, einst religiöses Zentrum der Wikingerzeit. Hier befand sich der Bischofssitz, die größte Farm des mittelalterlichen Grönlands und später die Farm von Anders Olsen. Alles wirkt friedlich, fast zeitlos, und genau deshalb so eindrucksvoll. Die Region gehört heute zum UNESCO-Welterbe Kujataa und verbindet nordische und grönländische Geschichte auf einzigartige Weise.
Nach einer stärkenden Pause kehrt ihr am Nachmittag über Itilleq zurück Richtung Qassiarsuk. Doch der Tag hält noch ein spektakuläres Finale bereit: die Bootsfahrt in den Qooroq Eisfjord. Hier gleitet ihr zwischen leuchtenden Eisbergen hindurch, bis die Dichte des Eises kein Weiterkommen mehr zulässt. Blau schimmernde Kolosse treiben lautlos im Wasser – ein Anblick, der sich tief ins Gedächtnis einprägt.
Aktivitäten: Rückweg nach Qassiarsuk mit Fjordblicken, Königspfad nach Igaliku & Gardar, Bootsexkursion im Qooroq Eisfjord
Distanz: Wanderungen, leicht bis moderat, Bootstransfers
Übernachtung: Hostel Qassiarsuk (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück, Picknick-Mittagessen, Abendessen
4. Tag: Narsarsuaq, Arboretum & Qaleraliq – Grün trifft Gletscher
Am Morgen überquerst du mit deinen Mitreisenden per Zodiac den Fjord nach Narsarsuaq, einem Ort voller Kontraste. Einst diente er als amerikanischer Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg, heute begrüßt er dich mit überraschend viel Grün. Hier liegt das grönländische Arboretum, einer der nördlichsten botanischen Gärten der Welt. Zwischen Birken, Lärchen und seltenen Baumarten spazierst du durch eine Landschaft, die sich fast unwirklich anfühlt – ein unerwartetes Kapitel in deinem Grönland Wanderurlaub.
Die anschließende Wanderung führt dich hinauf zum sogenannten Ridge. Der Pfad schlängelt sich durch das blühende Flower Valley, vorbei an kleinen Bächen und weiten Ausblicken auf die umliegenden Berge. Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Kiattut-Gletscher, dessen Eisflächen in der Sonne schimmern und langsam Richtung Fjord gleiten.
Am Nachmittag wartet ein Perspektivwechsel: Das Boot navigiert entlang des Tunulliarfik-Fjords und zwischen treibenden Eisbergen zum abgelegenen Qaleraliq Camp. Die großen Kuppelzelte stehen auf hellem Sandstrand, direkt gegenüber drei gewaltigen Gletscherfronten. Wenn am Abend das Eis kracht und Seracs ins Wasser stürzen, spürst du die rohe Kraft der Natur – ein Moment, der ehrfürchtig still macht und gleichzeitig unglaublich lebendig wirkt.
Aktivitäten: Zodiac-Transfer nach Narsarsuaq, Wanderung durch das Arboretum und Flower Valley zum Ridge, Bootsfahrt zum Qaleraliq-Camp
Distanz: Wanderung mittlerer Länge und Schwierigkeit, Bootstransfer durch den Fjord
Übernachtung: Qaleraliq Camp, feste Domo-Zelte (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück, Picknick-Mittagessen, Abendessen
5. Tag: Inlandeis-Panorama & Tasersuatsiaq-See – Weite ohne Ende
Heute wartet einer der stillsten und zugleich eindrucksvollsten Momente deines Grönland Wanderurlaubs. Du und deine Mitreisenden brecht zu einer ausgedehnten Wanderung auf, die euch zunächst durch ein überraschend karges Sandtal führt. Die Landschaft wirkt beinahe wüstenhaft – heller Boden, sanfte Dünenformen und der Wind, der feine Spuren zieht. Nur wenige Schritte später verändert sich das Bild vollkommen: Moos, Gräser und dichte Tundra breiten sich aus, als hätte jemand die Farben hochgedreht.
Der Weg führt euch bis an die Basis des gewaltigen Tasersuatsiaq-Sees, einer der größten Seen Südgrönlands. Das Wasser liegt ruhig zwischen Bergen, darüber ziehen Wolken langsam ihre Bahnen. Nach einer kurzen Pause beginnt der Aufstieg auf einen rund 400 Meter hohen Aussichtspunkt. Schritt für Schritt öffnet sich das Panorama, bis sich schließlich das schier endlose Weiß des Inlandeises vor dir ausbreitet. Eis soweit das Auge reicht – ein Horizont ohne sichtbares Ende. In der Ferne ragen Nunataks, dunkle Felsinseln im Eis, wie stille Wegmarken aus der Fläche.
Unterwegs entdeckst du vielleicht Blaubeeren zwischen den Flechten oder Pilze am Wegesrand, und mit etwas Glück zeigt sich ein neugieriges Karibu. Der Rückweg zum Camp könnte sich leicht anfühlen, getragen von diesem Gefühl grenzenloser Weite.
Aktivitäten: Tageswanderung zum Tasersuatsiaq-See, Aufstieg zum Aussichtsgipfel mit Blick auf das Inlandeis, Natur- und Tierbeobachtung
Distanz: Wanderung mittlerer Schwierigkeit, mehrere Stunden Gehzeit
Übernachtung: Qaleraliq Camp, feste Domo-Zelte (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück, Picknick-Mittagessen, Abendessen
6. Tag: Gletscherfronten & Eistrekking – unterwegs auf uraltem Eis
Heute erwartet dich einer der spektakulärsten Höhepunkte deines Grönland Wanderurlaubs. Gemeinsam mit deinen Mitreisenden gleitest du im wendigen RIB-Boot entlang gewaltiger Gletscherfronten. Senkrechte Eiswände leuchten in Weiß- und Blautönen, dazwischen treiben unzählige Eisberge wie Skulpturen aus Glas. Was einst eine einzige, mächtige Gletscherzunge war, ist heute – sichtbar geprägt vom Klimawandel – in drei separate Fronten geteilt. Ein eindrucksvoller Moment zwischen Staunen und Nachdenken.
Am Rand des Eises beginnt euer Trekkingabenteuer. Ausgerüstet mit Steigeisen betrittst du eine der ältesten Eismassen unseres Planeten. Der Untergrund knirscht bei jedem Schritt, kleine Schmelzwasserkanäle glitzern im Sonnenlicht, und bizarre Formationen aus Seracs, Spalten und Eisrinnen lassen die Landschaft wie ein gefrorenes Labyrinth wirken. Die Tour ist so konzipiert, dass auch Einsteiger sicher teilnehmen können.
Ein erfahrener Bergführer begleitet euch den gesamten Weg, sorgt für die passende Ausrüstung und teilt spannendes Wissen über die Gletscher Südgrönlands. Du spürst die Dimension dieser Eiswelt – ein Erlebnis, das selbst Vielgereiste noch sprachlos macht.
Aktivitäten: RIB-Bootsfahrt entlang der Gletscherfronten, geführtes Eistrekking mit Steigeisen, Natur- und Eisformationen erkunden
Distanz: Bootsnavigation und Eistour, mehrere Stunden unterwegs
Übernachtung: Qaleraliq Camp, feste Domo-Zelte (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück, Picknick-Mittagessen, Abendessen
7. Tag: Narsaq – grönländisches Kleinstadtleben zwischen Fjorden und Bergen
Nach Tagen voller Wildnis, Eis und Weite erreichst du heute wieder ein Stück grönländischen Alltags. Mit dem RIB-Boot gleitet ihr rund eine Stunde über den Fjord nach Narsaq, der zweitgrößten Stadt Südgrönlands. Schon bei der Einfahrt fallen die bunten Häuser ins Auge, dahinter sanfte Hügel – ein Ort, der gleichzeitig lebendig und angenehm entschleunigt wirkt.
Gemeinsam mit deinen Mitreisenden erkundest du die Stadt bei einem entspannten Rundgang. Im kleinen Museum tauchst du in die regionale Geschichte ein, am Fischmarkt siehst du den täglichen Fang aus den umliegenden Gewässern, und in einer Kunsthandwerkswerkstatt entstehen aus Knochen, Rentiergeweih oder Fell kleine Unikate. Die schlichte Holzkirche mit Blick auf den Fjord gehört ebenso zum Stadtbild wie gemütliche Cafés und freundliche Begegnungen mit Einheimischen.
Wenn es die Zeit erlaubt, unternehmt ihr noch eine kurze Wanderung in die Umgebung. Schon wenige Schritte außerhalb des Ortes öffnen sich weite Ausblicke über Fjorde, Wiesen und Berge. Am Abend entscheidest du selbst, wo du essen möchtest – vielleicht probierst du frischen Fisch in einem lokalen Restaurant oder lässt den Tag bei einem Getränk mit Blick aufs Wasser ausklingen. Nach den intensiven Naturerlebnissen fühlt sich dieser Tag fast wie ein sanfter Übergang zurück in die Zivilisation an.
Aktivitäten: RIB-Boot-Transfer, Stadtrundgang, Museums- und Marktbesuch, optionale kurze Wanderung, freie Abendgestaltung
Distanz: Bootsfahrt ca. 1 Stunde, Besichtigungen zu Fuß
Übernachtung: Hostel Narsaq (oder ähnliche Unterkunft)
Mahlzeiten: Frühstück, Picknick-Mittagessen
8. Tag: Qaqortoq & Rückflug – Farben, Kunst und Abschied von Südgrönland
Der letzte Reisetag beginnt mit einem Transfer zurück nach Qaqortoq, der charmanten Hauptstadt Südgrönlands. Bei der Ankunft wird klar, warum dieser Ort oft als der schönste des Landes bezeichnet wird. Bunte Holzhäuser ziehen sich über grüne Hügel, kleine Boote schaukeln im Hafen und darüber liegt diese besondere Ruhe, die du in den vergangenen Tagen lieben gelernt hast.
Du und deine Mitreisenden habt noch einmal Zeit, durch die Straßen zu schlendern und die Stadt auf eigene Faust zu entdecken. Zwischen den Häusern tauchen immer wieder die berühmten Steinskulpturen des Kunstprojekts „Stone & Man“ auf, kleine und große Kunstwerke, die scheinbar ganz selbstverständlich zum Stadtbild gehören. Ein Blick in die Pelzläden, ein kurzer Stopp an der Kirche oder ein Foto am Brunnen, dem Wahrzeichen von Qaqortoq, runden den Aufenthalt ab. Die umliegende Landschaft aus Fjord, Felsen und weitem Himmel bildet dabei die perfekte Kulisse für die letzten Erinnerungsbilder.
Am Nachmittag heißt es dann Abschied nehmen. Mit vielen Eindrücken von Eis, Bergen, Begegnungen und Weite im Gepäck steigst du in den Flieger Richtung Island. Während unter dir noch einmal die Fjorde und Küstenlinien vorbeiziehen, wird dir bewusst, wie intensiv diese Tage waren – und wie lange Südgrönland in Erinnerung bleiben wird.
Aktivitäten: Transfer nach Qaqortoq, individueller Stadtspaziergang, Rückflug nach Island
Distanz: Bootstransfer je nach Ausgangsort, Flug Qaqortoq – Keflavík
Mahlzeiten: Frühstück