1. Tag: Auftakt der Nordwest-Passage: Ankommen in Calgary
Willkommen in Kanada. Deine Expedition entlang der Nordwest-Passage beginnt entspannt in Calgary. Du reist individuell an und hast den ganzen Tag Zeit, diese moderne Stadt am Rand der Rocky Mountains in deinem eigenen Tempo zu erkunden. Es lohnt sich auch ein paar Tage früher anzureisen und sich mehr Zeit mit der Erkundung der City zu nehmen. Zwischen urbanem Flair und weitem Himmel stimmt dich Calgary langsam auf das große Abenteuer ein, das vor dir liegt. Am Abend beziehst du dein Hotel und sammelst Energie, morgen startet die Expedition offiziell.
Aktivitäten: individuelle Ankunft
Übernachtung: Hotel in Calgary (oder ähnliche Unterkunft)
2. Tag: Von Calgary ins Herz der Arktis – Flug nach Resolute und Einschiffung
Nach dem Frühstück hebt ihr mit einem Charterflug Richtung Norden ab. Schon aus der Luft wird klar, wie abgelegen und gewaltig diese Welt ist. In Resolute angekommen, erkundet ihr kurz die kleine arktische Siedlung, bevor euch euer Zodiac über eisiges Wasser zum Schiff bringt. Am Abend heißt es Ankommen an Bord der Ocean Explorer, eurem Zuhause für die kommenden zwei Wochen Expedition durch Eis, Geschichte und Weite.
Expeditionsschiff
Ocean Explorer auf einen Blick
Aktivitäten: Charterflug, Orientierungsspaziergang in Resolute, Zodiac Transfer, Einschiffung
Distanz: Flug Calgary – Resolute
Mahlzeiten: Frühstück, Abendessen
Übernachtung: Expeditions-Kreuzfahrtschiff
3.–6. Tag: Kanadas High Arctic – Auf den Spuren der Nordwest-Passage
Eis treibt auch zu dieser Jahreszeit im Wasser. In diesen Gefilden ist Flexibilität und Offenheit für Unvorhergesehenes wichtig (Expeditionsreise!), denn hier bestimmt die Natur mit. So kann das Meereis eine alternative Route notwendig machen, während das Wetter darüber entscheidet, ob Ausflüge an Land unternommen werden können.
In den kommenden Tagen taucht ihr tief in die abgelegenen Regionen des kanadischen High Arctic ein und folgt den Spuren legendärer Entdecker entlang der Nordwest-Passage. An Bord der modernen Ocean Explorer navigiert ihr durch vereiste Meeresarme, schmale Kanäle und weitläufige Buchten, genau jene Gewässer, die Entdeckungsreisende über Jahrhunderte hinweg faszinierten und herausforderten. Das speziell für Polarregionen konzipierte Schiff eröffnet dir gemeinsam mit deinen Mitreisenden Zugang zu einigen der entlegensten Orte unseres Planeten. Zwei bordeigene Zwillingshubschrauber erweitern den Aktionsradius zusätzlich und ermöglichen einzigartige Perspektiven auf Eis, Küste und Tierwelt.
Ein geschichtsträchtiger Höhepunkt ist der Besuch von Beechey Island, benannt nach dem Entdecker Frederick William Beechey. Diese karge Insel ist eine nationale historische Gedenkstätte und zugleich ein stiller Ort der Erinnerung. Hier befinden sich die Gräber von drei Mitgliedern der tragisch gescheiterten Franklin Expedition von 1845 bis 1846, die auf der Suche nach der Nordwest-Passage ihr Leben verloren. Euer Guide erzählt von den dramatischen Ereignissen jener Zeit und davon, wie die Gräber erst Jahre später von Suchmannschaften entdeckt wurden.
In der abgelegenen Radstock Bay richtet sich der Blick verstärkt auf die Tierwelt. Die Bucht ist ein bedeutendes Forschungsgebiet für Eisbären, mit etwas Glück entdeckst du diese majestätischen Tiere entlang der Küste oder auf dem Meereis. Weiter südlich erreichst du Arctic Bay, eine Siedlung mit jahrtausendealter Geschichte. Seit fast 5.000 Jahren leben hier Inuit, deren Vorfahren einst als Nomaden aus dem Westen kamen. Umgeben von steilen Klippen, in denen tausende Seevögel nisten, gehst du an Land und erfährst mehr über das traditionelle Leben, die Jagd und die enge Verbindung der Gemeinschaft zur arktischen Natur.
Am östlichen Ende des Lancaster Sound eröffnen sich weitere Möglichkeiten für Anlandungen und Zodiac Fahrten. Auf Devon Island wandert ihr bei Dundas Harbour entlang eines einsamen Strandes zu den Überresten eines ehemaligen Postens der Royal Canadian Mounted Police. In Croker Bay beeindruckt das Spiel aus Licht, Eis und Gletscherstrukturen. Während kalbende Eisfronten ins Meer stürzen, haltet ihr Ausschau nach Walrossen, die sich gern auf den Eisschollen aufhalten.
Den Abschluss der kanadischen Etappe bildet Grise Fiord, die nördlichste Siedlung Kanadas. Heute leben hier rund 150 Menschen. Der Ort entstand 1953, als Inuit Familien aus Nordquebec zwangsweise hier angesiedelt wurden. Bei deinem Besuch siehst du das Denkmal für die ersten Siedler und die Überreste des ursprünglichen Camps. Die Begegnung macht deutlich, wie eng Geschichte, Politik und menschliche Anpassungsfähigkeit in der Arktis miteinander verwoben sind.
Aktivitäten: Zodiac Fahrten, Anlandungen, Wanderungen, kulturelle Begegnungen, Tierbeobachtung
Distanz: Tägliche Expeditionen variabel
Übernachtung: Expeditionsschiff
Mahlzeiten: 4x Frühstück, 4x Mittagessen, 4x Abendessen
7.–8. Tag: Smith Sound – Zwischen Kanada und Grönland
Eure Route führt euch so weit nach Norden wie möglich durch den Smith Sound, die natürliche Verbindung zwischen Kanada und Grönland. Während das Schiff durch diese unbewohnte Passage gleitet, hältst du Ausschau nach Walrossen, Robben und vielleicht sogar Eisbären. Gleichzeitig bieten Vorträge und Ruhe an Deck Raum zum Reflektieren und Staunen.
Aktivitäten: Expeditionskreuzfahrt, Wildlife Beobachtung, Vorträge an Bord
Distanz: Seetage
Übernachtung: Expeditionsschiff
Mahlzeiten: 2x Frühstück, 2x Mittagessen, 2x Abendessen
9. Tag: Qaanaaq – Leben am Rand der Welt
In Qaanaaq, einer der nördlichsten Siedlungen der Erde, begegnet ihr Inuit, die ihre Traditionen bis heute leben. Du erfährst, was es bedeutet, hier dauerhaft zu wohnen, und bekommst im Museum Einblicke in den Alltag nahe des geografischen Extremes.
Aktivitäten: Ortsbesuch, kulturelle Begegnungen, Museumsbesuch
Distanz: Zodiac Anlandung
Übernachtung: Expeditionsschiff
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
10. Tag: Seetag entlang Westgrönlands
Während ihr südwärts entlang der Westküste Grönlands gleitet, vertiefst du dein Wissen in spannenden Vorträgen. Die Landschaft zieht ruhig vorbei, ein idealer Moment, um Erlebtes zu verarbeiten und Vorfreude auf die kommenden Höhepunkte zu spüren.
Aktivitäten: Vorträge, Entspannung an Bord
Distanz: Seetag
Übernachtung: Expeditionsschiff
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
11.–15. Tag: Westgrönland – Gletscher, Fjorde und lebendige Kultur
Die Westküste Grönlands zeigt sich spektakulär. In Nuussuaq erlebst du traditionelles Leben, in Uummannaq ragt der herzförmige Berg über farbige Häuser. Ein archäologischer Besuch in Qilaqitsoq, das gewaltige Kalben des Eqip Sermia Gletschers und der UNESCO geschützte Ilulissat Icefjord gehören zu den eindrucksvollsten Momenten. In Sisimiut lernst du das traditionelle Kajakfahren kennen, bevor dich Itilleq mit Kaffeemik, Offenheit und arktischem Alltag empfängt. Hier wird klar, wie vielfältig das Leben entlang der Nordwest-Passage ist.
11.–15. Tag: Westgrönland erleben – Gletscher, Fjorde und Kultur entlang der Nordwest-Passage
Die kommenden Tage führen euch entlang der spektakulären Westküste Grönlands, ein Abschnitt der Reise, der mit gewaltiger Natur und lebendigen Gemeinschaften gleichermaßen berührt. Auch hier ist die Nordwest-Passage mehr als ein historischer Begriff, sie ist Teil einer Landschaft, die seit Jahrhunderten von Eis, Meer und menschlicher Anpassung geprägt wird.
Ein erster Halt ist Nuussuaq, die einzige Festlandsiedlung im Upernavik Archipel. Gegründet 1923 als Handelsstation, hat sich der Ort bis heute viel von seinem traditionellen Charakter bewahrt. Jagd und Fischerei spielen hier noch immer eine zentrale Rolle, während bunte Holzhäuser und das ruhige Alltagsleben einen authentischen Einblick in das moderne Leben in der Arktis geben.
Weiter südlich erreicht ihr Uummannaq, ein Ort, der schon aus der Ferne beeindruckt. Hinter dem Dorf erhebt sich der markante, rot schimmernde Berg mit seiner herzförmigen Silhouette, der dem Ort seinen Namen gab. Wenn sich dein Schiff nähert, lohnt es sich, an Deck zu stehen. Die Zwillingsgipfel ragen majestätisch über die kleinen Häuser, die sich an die felsige Küste schmiegen.
In der Nähe liegt die archäologische Stätte Qilaqitsoq. Zwischen Felsen und Tundra besucht ihr die Überreste einer alten Siedlung, an der 1972 acht außergewöhnlich gut erhaltene Mumien entdeckt wurden. Sie geben bis heute einzigartige Einblicke in Kleidung, Gesundheit und Lebensweise der damaligen Inuit Gemeinschaften und machen Geschichte auf eindrucksvolle Weise greifbar.
Beim weiteren Kreuzen Richtung Süden erwartet euch ein Naturerlebnis der besonderen Art. Der mächtige Eqip Sermia schiebt sich aus dem Eis in die Bucht. Die zerklüftete Gletscherfront gehört zu den schönsten Grönlands. Mit etwas Glück gehst du mit dem Zodiac auf sichere Distanz entlang der Eiswand und erlebst das Donnern kalbender Eisbrocken, ein unvergesslicher Moment.
Ein absolutes Highlight ist der Besuch des Ilulissat Icefjord. Der UNESCO geschützte Eisfjord ist Heimat des gewaltigen Sermeq Kujalleq, des produktivsten Gletschers der Nordhalbkugel. Bei einer Zodiac Fahrt an der Fjordmündung hört ihr das Knacken und Krachen des Eises, während frisch kalbende Eisberge ihren Weg Richtung Diskobucht antreten. In Ilulissat selbst, wo es mehr Schlittenhunde als Menschen gibt, wandelt ihr auf den Spuren von Knud Rasmussen, dem berühmten Entdecker und Ethnologen, der die Nordwest-Passage einst mit dem Hundeschlitten durchquerte. Eine Wanderung bietet dir eindrucksvolle Ausblicke auf die jungen Eisberge, die lautlos durch den Fjord treiben.
In Sisimiut lernt ihr eine weitere Facette grönländischer Kultur kennen. Eine traditionelle Kajak Vorführung zeigt euch, wie dieses jahrtausendealte Fortbewegungsmittel von Inuit Jägern genutzt wurde und bis heute als nationales Symbol gilt. Anschließend besucht ihr Itilleq, eine kleine Gemeinde knapp oberhalb des Polarkreises. Hier liegt die südliche Grenze für grönländische Schlittenhunde, andere Hunderassen sind nicht erlaubt, um die Reinheit der Linie zu bewahren. Itilleq ist bekannt für seine Offenheit. Mit etwas Glück erlebst du ein Kaffeemik, eine herzliche Einladung zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen. Zwischen bunt gestrichenen Häusern kommst du ins Gespräch mit Einheimischen und spürst, wie lebendig Gemeinschaft selbst in entlegenen Regionen sein kann.
Aktivitäten: Expeditionskreuzfahrt entlang der Westküste Grönlands, Zodiac Fahrten, Anlandungen, Wanderungen, Gletscher und Eisfjord Erkundungen, kulturelle Begegnungen entlang der Nordwest-Passage
Distanz: Tägliche Fahrten und Ausflüge variabel je nach Eis und Wetter
Übernachtung: Expeditionsschiff
Mahlzeiten: 5x Frühstück, 5x Mittagessen, 5x Abendessen
16. Tag: Abschied vom Schiff – Kangerlussuaq und Flug nach Reykjavik
Ein letzter Zodiac bringt euch an Land in Kangerlussuaq. Nach dem Abschied vom Schiff fliegt ihr weiter nach Reykjavik, wo ihr euer Hotel bezieht und den Abend frei gestalten könnt.
Aktivitäten: Ausschiffung, Charterflug nach Reykjavik
Distanz: Flug Kangerlussuaq – Reykjavik
Übernachtung: Hotel
Mahlzeiten: Frühstück
17. Tag: Reykjavik – Ende der Expedition, Beginn neuer Möglichkeiten
Nach dem Frühstück endet deine Reise offiziell. Doch vielleicht spürst du, dass dieses Abenteuer noch nachwirkt. Noch nicht genug Weite, Eis und Geschichten? Du willst noch nicht nach Hause? Du kannst deine Reise flexibel verlängern, Island weiter erkunden oder dir ganz individuelle Anschlussideen zusammenstellen lassen. Ob weitere Tage in Reykjavik, ein Rundreise durch Island oder neue Expeditionen, wir helfen dir gerne bei der Planung.
Aktivitäten: Individuelle Abreise oder optionale Verlängerung
Mahlzeiten: Frühstück