Überblick

Roraima Trekking und Orinoco Delta: 12 Tage Venezuela zu Fuß und im Boot

Diese Reise verbindet die zwei Extreme Venezuelas. Zuerst das Roraima Trekking, sechs Tage zu Fuß hinauf auf den höchsten Tafelberg des Landes, 2.810 Meter, oben eine Steinwüste aus schwarzem Quarzit, in der sich Arten halten, die es sonst nirgends auf der Welt gibt. Danach das genaue Gegenteil: das Orinoco Delta, wo es keinen festen Boden mehr gibt, nur Wasser, Palmen und Kanäle. Trocken und hart, dann nass und träge. Wer beides in zwölf Tagen erlebt, hat Venezuela verstanden.

Der Roraima: der einzige Tepui, den du ohne Seil besteigen kannst

Der Roraima ist der berühmteste Tepui Südamerikas und der einzige, den man ohne Seil besteigen kann. Eine schmale Felsrampe zieht sich durch die sonst senkrechte Wand, die sogenannte Rampa und sie ist der einzige Grund, warum dieser Berg zu Fuß machbar ist. Der Aufstieg führt dich durch offene Savanne, über zwei Flussquerungen und schließlich unter dem Wasserfall an der Wand hindurch nach oben. Oben schläfst du in natürlichen Felsnischen, die alle den Spitznamen „Hotel“ tragen und läufst über eine Landschaft, die niemand auf Anhieb der Erde zuordnet. Arthur Conan Doyle hat aus diesem Berg seine „Vergessene Welt“ gemacht, ohne ihn je gesehen zu haben.

Das Orinoco Delta: unterwegs bei den Warao

Nach dem Abstieg wechselst du das Element. Im Orinoco Delta, im äußersten Osten des Landes, verzweigt sich der Strom kurz vor dem Atlantik in ein Netz aus hunderten Kanälen. Dort leben die Warao, deren Name übersetzt so viel heißt wie „Bootsleute“, in Pfahlbauten über dem Wasser. Du bist mit dem Kanu unterwegs, wanderst mit Gummistiefeln durch den überschwemmten Regenwald und verbringst die Abende auf dem Fluss, wenn die Tiere aktiv werden. Brüllaffen, Flussdelfine, Tukane und Hoatzine sind hier keine Ausnahmeerscheinungen, sondern Alltag.

Beide Bausteine gibt es auch einzeln

Beide Bausteine gibt es bei uns auch einzeln, falls dich nur einer der beiden Teile reizt: das Roraima Trekking als reine Bergtour in unterschiedlichen Längen und die Orinoco Delta Expedition als eigenständige Bootsreise. In Kombination sparst du dir allerdings die doppelte Anreise und der Kontrast zwischen beiden ist genau das, was diese Reise ausmacht.

Was dich wirklich erwartet

Ein Wort zur Ehrlichkeit: Der Aufstieg zum Roraima ist kein Spaziergang. Es geht mehrere Tage mit Tagesetappen von fünf bis acht Stunden bergauf, es regnet auf dem Plateau fast immer irgendwann und die Nächte dort oben sind kalt. Dafür brauchst du keine Klettererfahrung und keine Höhenanpassung. Wer regelmäßig wandert und Mehrtagestouren kennt, schafft das.

Reiseroute

Karte für Roraima Trekking & Orinoco Delta

Inkludierte Leistungen

  • Roraima Trekking Reise mit Orinoco Delta laut Programm, 12 Tage
  • Inlandsflug Caracas nach Puerto Ordáz
  • Inlandsflug Maturín nach Caracas
  • 2x Übernachtung in der Hostería Waipa in Puerto Ordáz (guter mittlerer Standard)
  • 2x Übernachtung in einer einfachen Posada in San Francisco de Yuruaní
  • 5x Übernachtung im Zelt während des Roraima Trekkings (Campamento Kukenán, Basislager, zweimal auf dem Plateau, Río Tek)
  • 2x Übernachtung im Orinoco Eco-Camp
  • Roraima Trekking von Tag 2 bis Tag 9 mit allen Mahlzeiten ab und bis San Francisco de Yuruaní
  • Träger für dein persönliches Gepäck während des Trekkings (in der Variante mit Träger)
  • Alle Transfers laut Programm mit Jeep oder Kleinbus
  • Land- und Bootstransfer Puerto Ordáz zum Orinoco Eco-Camp
  • Boots- und Landtransfer vom Orinoco Eco-Camp nach Maturín
  • Alle Mahlzeiten im Orinoco Eco-Camp vom Abendessen am Ankunftstag bis zum Frühstück am Abreisetag
  • Programm im Delta: Dschungelwanderung inklusive Gummistiefel, Kanufahrten, Tierbeobachtungen, Dorfbesuch
  • Örtliche Guides während des Trekkings und im Delta
  • Nationalpark- und Gemeindegebühren für den Roraima-Aufstieg
  • Kein Einzelbucherzuschlag

Optionale Leistungen

  • internationale Flüge nach und ab Caracas
  • Zusatznacht Caracas: ab 220 EUR pro Nacht im Einzelzimmer, ab 140 EUR pro Person und Nacht im Doppelzimmer, inklusive aller Flughafentransfers
  • Träger für dein persönliches Gepäck: 290 EUR
  • Verlängerungsnacht im Orinoco Eco-Camp: 130 EUR
  • Mahlzeiten in Puerto Ordáz sowie unterwegs auf den beiden Transfertagen
  • Getränke und Mahlzeiten außerhalb des Programms
  • Schlafsack und Isomatte
  • persönliche Ausrüstung wie Wanderstöcke, Regenkleidung und Stirnlampe
  • Trinkgelder für Guides und Trägerteam
  • persönliche Ausgaben
  • nationale und internationale Flughafen- und Ausreisesteuern
  • Gelbfieberimpfung und weitere reisemedizinische Vorsorge
  • Kosten für Rettung, Bergung und Evakuierung im Notfall
  • Reiseversicherung: Reisestorno, Reiseabbruch und Reise-Krankenversicherung inklusive Rückholung (diese ist obligatorisch). Der Abschluss einer Reisegepäckversicherung ist ratsam. Unsere detaillierten Angebote kannst du hier nachlesen: Reiseversicherungen

Informationen zur Reise

1. Tag: Ankunft in Puerto Ordáz

Mit dem Inlandsflug aus Caracas geht es nach Puerto Ordáz, der modernen Schwesterstadt von San Félix, die zusammen Ciudad Guayana bilden. Die Stadt wurde ab 1961 am Reißbrett geplant, als Venezuela hier seine Schwerindustrie ansiedelte. Am Flughafen wirst du abgeholt und zur Unterkunft gebracht.

Wo zwei Flüsse aufeinandertreffen

Puerto Ordáz liegt an der Mündung des Río Caroní in den Orinoco. Das Besondere ist die Farbe: Der Caroní führt dunkles, fast schwarzes Wasser, gefärbt durch Gerbstoffe aus dem Regenwald, der Orinoco dagegen lehmiges Braun. Wo sie zusammenkommen, laufen beide Farben kilometerweit nebeneinander her, ohne sich zu vermischen.

Wenn du früh ankommst

Je nach Ankunftszeit bleibt Zeit für einen Ausflug. Lohnend ist der Parque Llovizna, ein Stadtpark mit einer Kette von Wasserfällen, über die der Caroní auf mehreren hundert Metern Breite herunterkommt. Der Name bedeutet Nieselregen und beschreibt ziemlich genau, was mit deiner Kleidung passiert. Alternativ geht es nach Ciudad Bolívar, dem alten Angostura, wo 1819 Simón Bolívar seine berühmte Rede hielt und wo bis heute der Angostura-Bitter seinen Namen her hat.

Hinweis: Plane zwischen deiner Ankunft in Caracas mit einem internationalen Flug und dem 1. Reisetag eine Zusatznacht in Caracas ein.

Transport: Inlandsflug Caracas nach Puerto Ordáz, Transfer zur Unterkunft
Übernachtung: Hostería Waipa in Puerto Ordáz
Mahlzeiten: keine (in Puerto Ordáz isst du auf eigene Rechnung)

2. Tag: In die Gran Sabana nach San Francisco de Yuruaní

Heute beginnt die eigentliche Roraima Trekking Reise. Mit Jeep oder Kleinbus geht es auf der Troncal 10 nach Süden, immer weiter hinauf in die Gran Sabana.

Offene Hochebene mitten im größten Nationalpark Venezuelas

Die Gran Sabana ist Teil des Canaima Nationalparks, der mit rund 30.000 Quadratkilometern zu den größten Nationalparks der Welt gehört und seit 1994 UNESCO-Weltnaturerbe ist. Was du siehst, ist offene Graslandschaft auf rund tausend Metern Höhe, durchzogen von Galeriewäldern entlang der Flüsse und daraus ragen die Tafelberge wie Inseln aus einer anderen Zeit. Je weiter du kommst, desto größer werden die Silhouetten am Horizont.

Das Land der Pemón

Diese Region ist Heimat der Pemón, die hier seit Jahrhunderten leben. In ihrer Sprache heißt Tepui so viel wie Haus der Götter und die Berge galten lange als Orte, die man nicht betritt. Ohne die Zustimmung und die Guides der Pemón wäre der Aufstieg bis heute nicht möglich, die Gemeinden verwalten den Zugang selbst.

Die letzte Nacht mit Dach über dem Kopf

Ziel ist San Francisco de Yuruaní, ein Pemón-Dorf und Ausgangspunkt für den Aufstieg. Die Posada ist einfach aber zweckmäßig, die Zimmer eher klein und mit eigenem Bad. Nutze die Dusche, die nächsten Nächte wirst du sie vermissen.

Transport: Jeep oder Kleinbus, Puerto Ordáz nach San Francisco de Yuruaní
Übernachtung: einfache Posada in San Francisco de Yuruaní
Mahlzeiten: Abendessen (die Verpflegung der Roraima-Tour beginnt in San Francisco de Yuruaní)

3. Tag: Erster Wandertag von Paraitepuy zum Kukenán-Lager

Kurzer Transfer nach Paraitepuy de Roraima, dem letzten Dorf vor der Wildnis, wo die Namen aller Teilnehmenden registriert werden. Gegen 9:30 Uhr geht es gemächlich los. Dein Roraima Trekking beginnt nicht mit einer Quälerei, sondern mit einem der schönsten Pfade Südamerikas.

Zwei Kolosse den ganzen Tag vor Augen

Die Strecke führt fast durchgehend eben durch offene Savanne, mit sanftem Auf und Ab über Hügelrücken. Vor dir stehen den ganzen Tag zwei Tafelberge: links der Kukenán, von dem einer der höchsten Wasserfälle der Welt herunterfällt, rechts der Roraima. Sie kommen langsam näher und wirken dabei mit jedem Kilometer unwirklicher.

Zwei Flussquerungen und nasse Füße

Unterwegs querst du den Río Tek und den Río Kukenán, beide ohne Brücke. Je nach Wasserstand geht dir das Wasser bis zu den Knien oder höher. Nasse Schuhe gehören auf dieser Tour dazu und trocknen in der Savannensonne schneller, als du denkst.

Baden im Fluss, Abend am Lagerfeuer

Am Campamento Kukenán kannst du dich im Fluss abkühlen, das ist nach fünf Stunden in der Sonne genau richtig. Abends versammelt sich die Gruppe ums Feuer und du merkst, dass nach einem Tag ohne Handyempfang die Gespräche anders laufen.

Wanderung: 11,4 km, 4 bis 5 Stunden, überwiegend eben
Übernachtung: Campamento Kukenán
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen

4. Tag: Zum Fuß des Tafelbergs ins Basislager

Frühstück um 6:30 Uhr, Aufbruch gegen 8 Uhr. Heute wird es ernster: 600 Höhenmeter hinauf zum Basislager direkt am Fuß des Roraima.

Die Wand über dir

Ab hier steht die senkrechte Felswand des Tepui über dir, an manchen Stellen über 400 Meter hoch. Du siehst zum ersten Mal, warum dieser Berg jahrhundertelang als unbesteigbar galt. Erst 1884 erreichten Everard im Thurn und Harry Perkins als erste Europäer das Plateau und zwar über genau die Rampe, die morgen dein Weg wird. Von hier unten sieht sie noch nach nichts aus.

Ein Berg als Wetterküche

Die Wolken hängen fast immer an der Wand, weil die feuchte Luft aus der Savanne am Fels aufsteigt und abkühlt. Genau deshalb regnet es oben so oft und genau deshalb stürzen unzählige Wasserfälle die Wände hinunter, ohne dass es einen sichtbaren Zufluss gäbe.

Baden im Wasser vom Berg

Am Basislager kannst du in dem klaren Wasser baden, das direkt vom Roraima herunterströmt. Es ist kalt, es ist herrlich und du wirst es lieben.

Wanderung: 7,6 km, 4 bis 5 Stunden, 600 Höhenmeter Anstieg
Übernachtung: Roraima Basislager
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen

5. Tag: Aufstieg über La Rampa auf das Plateau

Das ist der Tag. Frühstück um 6:30 Uhr, dann geht es über La Rampa nach oben, jene schmale Felsrampe, die sich als einzige Schwachstelle durch die sonst senkrechte Wand zieht. Rund 700 Höhenmeter auf nur vier Kilometern Strecke.

Unter dem Wasserfall hindurch

Der Weg führt über Felsstufen, Wurzeln und rutschige Platten, stellenweise musst du die Hände einsetzen. Kurz vor dem Ende passierst du einen Wasserfall, der direkt auf den Pfad fällt. Nass wirst du hier in jedem Fall, ein Regenponcho hilft nur begrenzt.

Dein Hotel ist eine Felsnische

Oben angekommen sucht sich die Gruppe ein sogenanntes Hotel aus, eine natürliche Felshöhle, unter der die Zelte stehen. Alle tragen Namen wie Hotel Indio oder Hotel Principal. Der Name ist ein Running Gag der Guides, der Schutz vor Regen ist dafür echt.

Erste Erkundung am Nachmittag

Nach dem Mittagessen und einer Pause geht es zur ersten Runde über das Plateau, je nach Ankunftszeit und Wetter. Am Kukenán-Fenster stehst du direkt an der Abbruchkante und schaust hinaus über die Savanne, tausend Meter tiefer. Die Jacuzzis sind natürliche Felsenpools voller eiskaltem Regenwasser, teilweise mit Quarzkristallen am Grund.

Eine Landschaft, die niemand der Erde zuordnet

Der schwarze Roraima-Quarzit ist rund 1,7 Milliarden Jahre alt und gehört zu den ältesten Gesteinen der Erde. Wind und Wasser haben daraus Türme, Pilze, Rinnen und Labyrinthe geformt. Dazwischen liegt Nebel, der ständig kommt und geht. Arthur Conan Doyle machte aus diesem Berg seine Vergessene Welt, ohne ihn je gesehen zu haben.

Wanderung: 4 km, 4 bis 5 Stunden, rund 700 Höhenmeter Anstieg, nachmittags erste Erkundung
Übernachtung: Zelt auf dem Roraima
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen

6. Tag: Tal der Kristalle, Punto Triple und der höchste Punkt

Ein ganzer Tag auf dem Plateau und den brauchst du auch. Sechs bis acht Stunden bist du unterwegs, auf nur vier Kilometern Strecke. Das sagt alles über dieses Gelände.

Ein Tal, in dem der Boden glitzert

Das Tal der Kristalle ist genau das: eine Senke, in der der Boden aus Bergkristallen besteht, ausgewaschen aus dem Quarzit. Bei Sonne funkelt die gesamte Fläche. Mitnehmen ist strengstens verboten und die Ranger kontrollieren das Gepäck beim Abstieg. Halt dich dran, sonst wird es unangenehm und teuer.

Drei Länder in einem Stein

Am Punto Triple berühren sich Venezuela, Guyana und Brasilien in einem einzigen Grenzstein aus dem Jahr 1931. Du stehst mit drei Schritten in drei Ländern und das ist genau so albern und großartig, wie es klingt. Auch der Maverick-Felsen, mit 2.810 Metern der höchste Punkt des Plateaus, liegt an der Runde.

Tiere und Pflanzen, die es nur hier gibt

Weil die Plateaus seit Millionen Jahren von der Tiefebene abgeschnitten sind, hat sich das Leben hier oben getrennt entwickelt. Rund ein Drittel der Pflanzenarten auf den Tepuis kommt nirgendwo sonst vor. Du siehst fleischfressende Kannenpflanzen und Sonnentau, die sich ihre Nährstoffe aus Insekten holen, weil der Boden praktisch keine liefert. Dazu Orchideen zwischen Moos und mit Glück die winzige schwarze Roraima-Kröte, die nicht springen kann und sich bei Gefahr zu einer Kugel rollt.

Erkundung: 4 km, 6 bis 8 Stunden
Übernachtung: Zelt auf dem Roraima
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen

7. Tag: Abstieg zum Río Tek

Nach dem Frühstück geht es hinunter, über dieselbe Rampe, über die du heraufgekommen bist. Abstiege sind auf dieser Route der härtere Teil. Knie und Oberschenkel merken das deutlich, Wanderstöcke sind hier Gold wert.

Alles kommt mit nach unten

Der gesamte Müll der Gruppe wird wieder mitgenommen. Hygieneartikel müssen biologisch abbaubar sein. Das ist keine Schikane, sondern der Grund, warum dieses Plateau nach Jahrzehnten Tourismus noch so aussieht, wie es aussieht.

Ein letzter Blick zurück

Am Basislager gibt es eine Mittagspause, danach wanderst du weiter bis zum Río Tek. Auf dem Weg durch die Savanne dreht sich fast jeder irgendwann um. Von hier unten sieht der Roraima wieder aus wie ein unbesteigbarer Klotz und du weißt seit gestern, dass er es nicht ist.

Wanderung: 8 km, 6 bis 7 Stunden, überwiegend Abstieg
Übernachtung: Zelt am Río Tek
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen

8. Tag: Zurück nach San Francisco de Yuruaní

Letzter Wandertag, zwölf Kilometer weitgehend eben durch die Savanne zurück ins Dorf. Die Beine sind schwer, der Kopf ist voller Eindrücke. Unterwegs kommt der Roraima noch einmal ins Bild und wird dann langsam kleiner.

Die erste Dusche seit sechs Tagen

In San Francisco de Yuruaní wartet ein Bett, das kein Zeltboden ist und eine Dusche, die du nach fünf Nächten ohne Strom und fließend Warmwasser zu schätzen weißt. Hier verabschiedet sich auch das Team, das dich begleitet hat, ein guter Moment für Trinkgeld.

Wanderung: 12 km, 6 bis 7 Stunden, weitgehend eben
Übernachtung: einfache Posada in San Francisco de Yuruaní
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen

9. Tag: Transfer zurück nach Puerto Ordáz

Mit Jeep oder Kleinbus geht es durch die Gran Sabana zurück nach Puerto Ordáz. Ein Fahrtag zum Sortieren, mit Blick aus dem Fenster auf eine Landschaft, die du inzwischen anders siehst als auf dem Hinweg.

Wasserfälle am Straßenrand

Die Strecke führt an mehreren Wasserfällen vorbei, die direkt an der Route liegen. Die Gran Sabana hat davon hunderte, weil das Wasser auf dem undurchlässigen Quarzit kaum versickert und stattdessen über die Stufen der Hochebene fällt.

Transport: Jeep oder Kleinbus, San Francisco de Yuruaní nach Puerto Ordáz
Übernachtung: Hostería Waipa in Puerto Ordáz
Mahlzeiten: Frühstück (die Verpflegung der Roraima-Tour endet in San Francisco de Yuruaní)

10. Tag: Von Puerto Ordáz ins Orinoco Delta

Jetzt wechselst du das Element. Per Landtransfer geht es von Puerto Ordáz nach San José de Buja, von dort weiter mit dem Boot durch die Kanäle zum Orinoco Eco-Camp.

Wo der Boden aufhört

Kurz vor dem Atlantik verzweigt sich der Orinoco in ein Netz aus hunderten Kanälen, die Caños genannt werden. Das Delta ist mit rund 40.000 Quadratkilometern etwa so groß wie die Schweiz. Fester Boden wird hier zur Ausnahme, alles ist Wasser, Palmen und Grün. Nach acht Tagen Fels und Savanne ist der Kontrast schwer zu überschätzen.

Die Moriche-Palme als Lebensgrundlage

Prägend ist die Moriche-Palme, die in riesigen Beständen im Sumpf steht. Für die Warao ist sie fast alles zugleich: Baumaterial für die Pfahlbauten, Fasern für Hängematten und Körbe, dazu Früchte und Palmherzen als Nahrung. Wer verstehen will, wie Menschen in einem Land ohne festen Boden leben, bekommt hier die Antwort.

Ankommen bei den Bootsleuten

Der Name Warao lässt sich mit Bootsleute übersetzen und trifft es genau. Sie leben seit Jahrtausenden in dieser Region, wohnen in offenen Pfahlbauten über dem Wasser und bewegen sich im Einbaum fort. Kinder paddeln hier, bevor sie richtig laufen können. Am Abend gibt es das erste Essen im Camp.

Transport: Landtransfer Puerto Ordáz nach San José de Buja, Bootstransfer zum Camp
Übernachtung: Orinoco Eco-Camp
Mahlzeiten: Abendessen

11. Tag: Ein voller Tag im Orinoco Delta

Heute gehört dir das Delta. Gummistiefel werden gestellt, denn ein Teil des Programms führt zu Fuß durch den überschwemmten Regenwald.

Zu Fuß durch den überschwemmten Wald

Bei der Dschungelwanderung erklärt dir dein Guide, welche Pflanzen die Warao nutzen und wofür, von Baumaterial über Nahrung bis zu Heilmitteln. Der Boden ist weich und nass, du stapfst durch Wasser und Wurzelwerk und genau deshalb die Stiefel.

Im Kanu auf den Caños

Mit dem Kanu gleitest du lautlos durch schmale Seitenarme, in denen die Palmen über dir zusammenwachsen. Ohne Motor hörst du das Delta, statt es zu übertönen. Brüllaffen sind schon aus mehreren Kilometern Entfernung zu hören, ihr Ruf gehört zu den lautesten Tierlauten der Welt. Dazu Tukane, Aras, Reiher und der Hoatzin, ein bizarrer Vogel mit punkiger Federhaube, dessen Küken Krallen an den Flügeln haben und damit klettern können.

Flussdelfine und Kaimane

Im Orinoco leben Flussdelfine, die gelegentlich neben dem Boot auftauchen. Mit etwas Glück siehst du Kaimane am Ufer oder Capybaras, die größten Nagetiere der Welt. Was genau möglich ist, hängt von Wasserstand, Tageszeit und Camp-Programm ab, nicht jeder Tag bietet dasselbe.

Dorfbesuch und Tierbeobachtung

Ein Besuch in einem Warao-Dorf gehört ebenfalls dazu. Und wenn am Abend die Hitze nachlässt, wird das Delta aktiv: Vögel ziehen zu ihren Schlafplätzen und die Geräuschkulisse erreicht ihren Höhepunkt.

Aktivitäten: Dschungelwanderung mit Gummistiefeln, Kanufahrten, Tierbeobachtungen, Dorfbesuch
Übernachtung: Orinoco Eco-Camp
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen

12. Tag: Über Maturín zurück nach Caracas

Nach dem Frühstück bringt dich das Boot zurück nach San José de Buja, von dort geht es per Landtransfer nach Maturín und mit dem Flugzeug weiter nach Caracas.

Zwei Welten in zwölf Tagen

Beim Blick aus dem Flugzeug lässt sich schwer zusammenbringen, dass du vor einer Woche auf 2.810 Metern zwischen schwarzem Fels und Nebel standest und gestern im Kanu durch Palmenkanäle gefahren bist. Derselbe Kontinent, dasselbe Land, kaum eine Gemeinsamkeit. Genau das ist der Punkt dieser Reise.

Transport: Bootstransfer nach San José de Buja, Landtransfer nach Maturín, Flug Maturín nach Caracas
Mahlzeiten: Frühstück

Das Wichtigste vorab

Dauer

12 Tage, 11 Nächte, Start und Ende in Caracas

Verfügbarkeit

täglich buchbar, kein fester Termin nötig

Einzelreisende

kein Einzelbucherzuschlag

Anforderung

anspruchsvolles Trekking, sechs Wandertage, keine Klettererfahrung nötig

Übernachtung

fünf Nächte im Zelt ohne Strom und Dusche

An- und Abreise

je ein Puffertag in Caracas einplanen

Häufige Fragen zum Roraima Trekking und zum Orinoco Delta

Anspruchsvoll, aber machbar. Du bist an sechs Tagen unterwegs, mit Etappen zwischen vier und zwölf Kilometern und Gehzeiten von vier bis acht Stunden. Der Aufstieg auf das Plateau ist der härteste Teil, der Abstieg der schmerzhafteste. Klettererfahrung brauchst du nicht, Kondition schon. Wer regelmäßig wandert und Mehrtagestouren mit Zelt kennt, kommt gut zurecht.

Das entscheidest du bei der Buchung und es macht einen Preisunterschied. In der Variante mit Träger wird dein persönliches Gepäck während des Trekkings getragen, du läufst nur mit Tagesrucksack. Ohne Träger trägst du alles selbst, also auch Schlafsack und Kleidung für sechs Tage. Der Unterschied auf dem Berg ist erheblich, gerade beim Aufstieg über die Rampe. Wenn du unsicher bist, nimm den Träger.

Fünf Nächte im Zelt, davon zwei oben auf dem Plateau unter einem natürlichen Felsdach, das die Guides Hotel nennen. Es gibt in diesen Nächten keinen Strom, keine Dusche und kein fließend Warmwasser. Gewaschen wird sich in Flüssen. Vor und nach dem Trekking übernachtest du jeweils in einer einfachen Posada in San Francisco de Yuruaní.

Ja, beides musst du selbst mitbringen. Auf dem Plateau wird es nachts empfindlich kalt, ein Sommerschlafsack reicht nicht. Plane für Temperaturen um den Gefrierpunkt, auch wenn es tagsüber warm war.

Der höchste Punkt liegt bei 2.810 Metern. Höhentraining ist nicht nötig und Höhenkrankheit spielt auf dieser Route keine Rolle. Was dich fordert, sind die Steigungen, die Nässe und die Dauer, nicht die Höhe.

Ja. Der Roraima ist eine Wetterküche, weil feuchte Luft aus der Savanne an der Wand aufsteigt und abkühlt. Regen ist ganzjährig möglich und auf dem Plateau eher die Regel als die Ausnahme. Dazu kommen zwei Flussquerungen ohne Brücke und ein Wasserfall, der direkt auf den Aufstiegsweg fällt. Rechne damit, dass du nass wirst und packe entsprechend: Regenjacke, Poncho, wasserdichte Packsäcke und Wechselkleidung in Ziplocks.

Der Roraima lässt sich ganzjährig besteigen, die Tour ist täglich verfügbar. Von Dezember bis April ist es tendenziell trockener und die Flussquerungen sind einfacher, dafür führen die Wasserfälle weniger Wasser. In der Regenzeit ist die Landschaft grüner und dramatischer, dafür wird mehr nass und die Flüsse können höher stehen. Ein perfektes Fenster gibt es nicht, nur eine Abwägung. Sprich uns an, wir gehen das mit dir durch.

Nein, und das wird kontrolliert. Beim Abstieg prüfen Ranger das Gepäck. Wer Kristalle mitnimmt, riskiert empfindliche Strafen. Dasselbe gilt für Pflanzen. Der gesamte Müll der Gruppe kommt mit nach unten, Hygieneartikel müssen biologisch abbaubar sein. Genau deshalb sieht das Plateau nach Jahrzehnten Tourismus noch so aus, wie es aussieht.

Größer geht es kaum. Oben auf dem Tepui stehst du in einer kalten Steinwüste auf 2.810 Metern, tagelang zu Fuß, ohne festen Punkt am Horizont außer Fels. Im Delta bewegst du dich fast nur im Boot, es ist heiß, feucht und grün und fester Boden ist die Ausnahme. Viele Gäste sagen hinterher, dass gerade dieser Wechsel die Reise ausmacht, weil beide Teile den jeweils anderen erst richtig wirken lassen.

Im Orinoco Eco-Camp, einer einfachen Lodge direkt am Wasser. Erwarte kein Hotel: Die Ausstattung ist einfach, die Stromversorgung begrenzt, Netz gibt es praktisch nicht. Dafür schläfst du mitten im Delta und wirst morgens von Brüllaffen geweckt.

Häufig Brüllaffen, Tukane, Aras, Reiher und den Hoatzin mit seiner punkigen Federhaube. Mit Glück Flussdelfine, Kaimane und Capybaras. Garantien gibt es keine, das hängt von Wasserstand, Tageszeit und Wetter ab. Die beste Zeit ist der frühe Morgen und der späte Nachmittag, genau dann bist du auch unterwegs.

Ja. Das Roraima Trekking und die Orinoco Delta Expedition sind bei uns auch als eigenständige Reisen buchbar. Die Kombination spart dir die doppelte Anreise, ist aber kein Muss.

Ja, und ohne Aufpreis. Auf dieser Reise gibt es keinen Einzelbucherzuschlag. Das ist bei Kombireisen alles andere als selbstverständlich und einer der Gründe, warum wir sie so gerne anbieten.

Täglich, es gibt keine festen Termine. Du nennst uns deinen Wunschzeitraum und wir prüfen die Verfügbarkeit von Flügen, Unterkünften und Guides. Buche deine internationalen Flüge trotzdem erst nach unserer schriftlichen Bestätigung.

Nein. Der beschriebene Ablauf startet und endet in Caracas. Den internationalen Flug planen wir mit dir separat. Du brauchst mindestens eine Übernachtung in Caracas vor dem Inlandsflug nach Puerto Ordáz sowie einen Puffertag vor dem Rückflug. Gerne buchen wir dir beides mit.

Während des Trekkings sind alle Mahlzeiten ab und bis San Francisco de Yuruaní enthalten, im Delta alle vom Abendessen am Ankunftstag bis zum Frühstück am Abreisetag. Nicht enthalten sind die Mahlzeiten in Puerto Ordáz sowie unterwegs auf den beiden Transfertagen. Kalkuliere dafür ein kleines Budget ein.

Sag uns das bei der Buchung, nicht erst vor Ort. Während des Trekkings wird die komplette Verpflegung mitgetragen, Nachkaufen ist unmöglich. Vegetarisch lässt sich gut abbilden, vegan mit Einschränkungen. Sehr strenge Ernährungsformen besprechen wir vorher ehrlich mit dir.

Für Venezuela wird die Gelbfieberimpfung empfohlen, in Nationalparks kann sie Zugangsvoraussetzung sein. Die Impfung muss mindestens zehn Tage vor der Einreise erfolgt sein. Nimm das gelbe Impfbuch im Original mit, eine Kopie reicht nicht. Zu Malariaprophylaxe und weiteren Impfungen berät dich eine reisemedizinische Praxis, idealerweise sechs bis acht Wochen vor Abreise.

Ja. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholung ist Pflicht. Achte darauf, dass Trekking eingeschlossen ist, manche Tarife schließen mehrtägige Bergtouren aus. Prüfe außerdem, wie sich eine bestehende Reisewarnung auf deinen Schutz auswirkt, denn manche Versicherer sind in solchen Fällen leistungsfrei. Kläre das schriftlich mit deinem Versicherer, bevor du buchst.

Auf dem Plateau gibt es keine organisierte Bergrettung und keinen verlässlichen Hubschrauberrettungsdienst. Eine Evakuierung dauert im besten Fall viele Stunden, realistisch länger. Die Guides führen Erste-Hilfe-Ausrüstung mit, mehr aber auch nicht. Das gilt genauso im Delta, wo die nächste medizinische Versorgung mehrere Bootsstunden entfernt ist. Wer dieses Risiko nicht tragen will, sollte eine andere Reise wählen.

Während des Trekkings nicht, im Delta praktisch nicht. Plane damit, dass du rund acht Tage nicht erreichbar bist und informiere deine Angehörigen vorher.

Die Lage ändert sich laufend, deshalb nennen wir hier keine Momentaufnahme, die morgen falsch sein kann. Maßgeblich sind die offiziellen Hinweise deines Heimatlandes: Auswärtiges Amt, BMEIA Österreich und EDA Schweiz. Die drei Länder bewerten die Lage unterschiedlich. Vor jeder Buchung besprechen wir die aktuelle Einschätzung offen mit dir und sagen dir auch, wenn wir von einem Zeitraum abraten.

Die Einreisebestimmungen ändern sich, deshalb prüfe sie vor jeder Buchung auf den Seiten des Auswärtigen Amts. Grundsätzlich brauchst du einen Reisepass, der bei Einreise noch ausreichend lange gültig ist. Rechne mit gründlichen Kontrollen und längeren Wartezeiten bei Ein- und Ausreise. Wichtig für diese Reise: Am Punto Triple berührst du die Grenzen zu Guyana und Brasilien, verlässt Venezuela aber nicht im rechtlichen Sinn. Das hat keine Auswirkungen auf deinen Pass.

In bar, in US-Dollar. Kartenzahlung funktioniert für Ausländer in Venezuela praktisch nicht und auf Geldautomaten kannst du dich nicht verlassen. Nimm deine Dollar in kleinen, sauberen und unbeschädigten Scheinen mit, beschädigte Noten werden oft abgelehnt. Denk auch an Trinkgeld für Guides und Trägerteam.

Ja. Flugzeiten, Wetter, Wasserstände und die allgemeine Lage im Land können den Ablauf verschieben. Die Guides entscheiden vor Ort, was machbar ist. Genau deshalb der Rat, am Ende einen Puffertag in Caracas einzuplanen.


Österreichische Abenteurer finden ihre Einreisebestimmungen beim Bundesministerium von Österreich und unsere Reisefreunde aus der Schweiz unter dem Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA. Abenteurern aller anderer Nationalitäten senden wir die entsprechenden Einreisebestimmungen gerne zu.

Diese Reise ist für Personen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet.

Du hast weitere Fragen? Dann wirf doch mal einen Blick auf unsere FAQs.

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des jeweiligen Veranstalters sowie die AGB der traveljunkies GmbH als Vermittler. Unsere AGB findest du hier.

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