Kanada Backpacking Reise von Vancouver nach Calgary: 14 Tage, meistens im Zelt
Diese Kanada Backpacking Reise führt dich von der Pazifikküste bis in die Rocky Mountains, durch British Columbia und Alberta. Du schläfst 12 von 13 Nächten im Zelt, mitten in Nationalparks und an Seen, und genau deshalb bist du näher an der Natur, als es jedes Hotel je hinbekommt.
Warum Zelt statt Hotel
Kanadas Nationalparks haben ihre schönsten Plätze nicht direkt neben Hotels gebaut. Wer campt, wacht dort auf, wo andere um zehn Uhr morgens mit dem Bus ankommen. Zelt, selbstaufblasende Matratze und Campingausrüstung sind gestellt, den Schlafsack bringst du selbst mit. Auf- und Abbau dauert fünf Minuten und läuft gemeinschaftlich, genauso wie Kochen und Abwaschen.
Kleine Gruppe, großer Unterschied
Ihr seid maximal 12 Leute, im Schnitt 11, unterwegs im Van mit eurem CEO am Steuer. Das ist deutlich kleiner als bei den meisten Gruppenreisen. Nach zwei Tagen kennt ihr euch, nach zwei Wochen habt ihr eine gemeinsame Playlist und mindestens drei Insider-Witze.
Vancouver und Vancouver Island: Start am Pazifik
Vancouver, die Stadt, aus der man ungern abreist
Vancouver gehört zu den schönsten Städten am Pazifik, und die Leute sagen nicht ohne Grund, dass der Abschied schwerfällt. Bei einem Orientierungsspaziergang siehst du Stanley Park, Gastown und den Vancouver Lookout. Da es an Tag zwei früh losgeht, lohnt sich eine Nacht extra vorher, wenn du mehr sehen willst.
Victoria: Fish and Chips und Pubs
Mit der Fähre geht es nach Victoria, der Hauptstadt von British Columbia. Berge am Horizont, Salzluft in der Nase und im Zentrum ein paar der besten Pubs der Insel. Pflichtprogramm sind die Fish and Chips bei Red Fish Blue Fish, angeblich die besten Kanadas, und nach dem ersten Bissen widersprichst du nicht.
Tofino: Regenwald, Wale und Surfer
Über den lokalen Markt geht es weiter nach Tofino an der Westküste von Vancouver Island. Unterwegs stoppt ihr am Old Country Market in Coombs, wo tatsächlich Ziegen auf dem Dach grasen. In Tofino kommt ihr rechtzeitig zum Sonnenuntergang an.
Der Folgetag gehört dir. Optional geht es mit dem Zodiac raus zum Whale Watching im Clayoquot Sound, wo Grauwale, Seelöwen, Robben, Schweinswale und mit Glück Orcas unterwegs sind. Oder du läufst kilometerweit über leere Strände, wanderst durch Regenwald und schaust den Surfern zu. Tofino ist ein Paradies für alle, die draußen sein wollen.
Cathedral Grove: Bäume, die älter sind als alles
Auf dem Rückweg aufs Festland stoppt ihr im MacMillan Provincial Park. In Cathedral Grove stehen riesige Douglasfichten, von denen einige über 800 Jahre alt sind. Du läufst zwischen ihnen hindurch und redest automatisch leiser.
Whistler: Berge, Seilrutschen und First Nations
Wandern mit Blick auf Wasserfälle
In Whistler wachst du mitten in einem Spielplatz aus Bergen auf. Am Vormittag geht es auf einen der vielen Wanderwege, etwa zu den Shannon Falls, zum Stawamus Chief, zu den Brandywine Falls mit Blick auf Daisy Lake oder auf der einfacheren Route zum Cheakamus Lake. Wer lieber die ganze Zeit den Ort erkundet, lässt die Wanderung einfach aus.
Squamish Lil’wat Cultural Centre
Optional lernst du im Squamish Lil’wat Cultural Centre die Geschichte und Kultur zweier Ureinwohnergruppen kennen, die diese Region seit Jahrhunderten ihr Zuhause nennen. Du probierst dich am Trommeln, lernst traditionelles Handwerk und hörst Geschichten von Mitgliedern der Squamish und Lil’wat. Das ist kein Museumsbesuch, sondern ein Gespräch.
Rafting, Gondel und Zipline
Wem das zu ruhig ist: Rafting mit Bärenchance am Ufer, die Peak-2-Peak-Gondel mit Glasboden über Berge, Seen und Gletscher, oder eine der längsten Ziplines Kanadas durch den Regenwald von Whistler.
Wells Gray Park: Der Wasserfallpark
Kanufahrt auf dem Clearwater Lake
Nach einer langen Fahrt durch die kanadische Trockenzone erreicht ihr den dicht bewaldeten Wells Gray Park. Der Höhepunkt ist eine halbtägige Kanutour auf dem Clearwater Lake mit ortskundigem Guide und Mittagessen am Ufer. Paddeln, treiben lassen, nichts hören außer Wasser.
Helmcken Falls und Dawson Falls
Die weltberühmten Helmcken Falls stürzen in eine grüne Schlucht und sind dreimal so hoch wie die Niagarafälle. Dazu kommen die breiten Dawson Falls, über die im Frühjahr und Frühsommer jede Sekunde tausende Liter Wasser gehen. Abends steigt eine Party im Camp, mit Lagerfeuer, Scharade und spontaner Tanzeinlage unter dem Sternenhimmel.
Jasper: Der größte Park der Rockies
Mount Robson unterwegs
Auf dem Weg nach Osten passiert ihr den Mount Robson, mit Abstand den höchsten Berg der kanadischen Rocky Mountains. Am Besucherzentrum gibt es einen Stopp, und an klaren Tagen siehst du den Gipfel. An anderen Tagen siehst du Wolken und weißt trotzdem, was dahinter steckt.
Maligne Canyon
Der Maligne Canyon ist eine bis zu 60 Meter tiefe Schlucht, die der Fluss über Jahrtausende in den Fels geschnitten hat. Ein Naturlehrpfad führt über mehrere Brücken direkt darüber. Nachmittags bleibt Zeit für den Bergort Jasper, den größten und wildesten Park der Rockies.
Optional: Rafting, Spirit Island und Bald Hills
Wildwasser-Rafting auf dem Athabasca folgt der Route, die schon die Pelzhändler nutzten. Eine Bootsfahrt bringt dich zur berühmten Spirit Island im Maligne Lake, dem größten Gletschersee der Rockies. Und die Wanderung in die Bald Hills ist steil, aber liefert eines der besten Panoramen der ganzen Reise.
Icefields Parkway und Lake Louise
Eine der spektakulärsten Straßen der Welt
Die Fahrt über den Icefields Parkway zwischen Jasper und Banff gilt als eine der schönsten Strecken überhaupt: zerklüftete Gipfel, Gletscher, die in leuchtend blaue Seen münden, Täler bis zum Horizont. Augen auf, hier verpasst man sonst zu viel.
Bow Lake und das Columbia Icefield
Unterwegs stoppt ihr am türkisfarbenen Bow Lake und am Columbia Icefield Centre. Der Athabasca-Gletscher ist der am leichtesten zugängliche aktive Gletscher der Rockies und schrumpft um fast fünf Meter pro Jahr. Optional wanderst du mit erfahrenem Guide über das Eis oder fährst mit einem überdimensionalen Eis-Rover hinauf, inklusive Glacier Skywalk, einer gläsernen Plattform über der Schlucht.
Yoho Nationalpark: Takakkaw Falls und Emerald Lake
Von Lake Louise aus geht es in den Yoho Nationalpark. Die Takakkaw Falls gehören mit 254 Metern freiem Fall zu den höchsten Wasserfällen Kanadas. Danach wanderst du rund um den Emerald Lake, dessen Farbe auf Fotos aussieht wie nachbearbeitet und in echt noch besser wirkt. Am Nachmittag optional Rafting auf dem Kicking Horse River.
Lake Agnes Tea House
Am nächsten Tag wanderst du vom Lake Louise durch den Wald, vorbei am Mirror Lake, hinauf zum Lake Agnes Tea House. Das Holzhaus steht seit 1901 dort und serviert über 100 lose Teesorten, hochgetragen wird alles zu Fuß. Alternativ nimmst du den Six Glaciers Trail.
Banff und Calgary: Das Finale
Banff, Kanadas erster Nationalpark
Banff war der erste Nationalpark Kanadas und ist bis heute der berühmteste. Bergketten, türkisfarbene Gletscherseen, Canyons, Hoodoos und ein Bergort mitten drin. Halte die Augen offen nach Wölfen, Grizzlys, Elchen und Berglöwen.
Heiße Quellen, Gondel und Bob
Optional gibt es die Gondel auf den Sulphur Mountain, ein Bad in den heißen Mineralquellen von Banff, die seit den 1800er Jahren müde Reisende anziehen, eine Kanufahrt auf dem Bow River oder die Wanderung auf den Tunnel Mountain. Und in Calgary kannst du im Olympiapark von 1988 mit dem Viererbob auf 120 Stundenkilometer kommen.
Der letzte Morgen
Vormittags gehört Banff noch dir, dann geht es nach Calgary, wo die Reise bei der Ankunft endet. Nummern tauschen, Fotos vergleichen und das gute Gefühl mitnehmen, die kanadischen Rockies von der Pazifikküste aus durchquert zu haben.
Ehrlich gesagt: Für wen diese Kanada Backpacking Reise passt
Was du wissen solltest
Du campst 12 von 13 Nächten und packst überall mit an, vom Zeltaufbau bis zum Abwasch. Manche Campingplätze sind öffentliche Parkanlagen ohne Dusche, nur mit Plumpsklo und einem See daneben. Zwei Fahrtage sind lang, Whistler nach Wells Gray dauert rund acht Stunden, Wells Gray nach Jasper zehn. Und die Nächte werden kalt, selbst im Sommer, deshalb brauchst du einen richtigen Schlafsack.
Und für wen sie ideal ist
Wenn du Kanada nicht durchs Busfenster sehen willst, sondern von deinem Zelteingang aus, ist das die richtige Route. Alle Nationalparkeintritte sind drin, gewandert wird auf leichtem bis mittlerem Niveau und niemand zwingt dich mit. Sag uns Bescheid, wenn du unsicher bist. Wir sagen dir ehrlich, ob diese Reise zu dir passt.












